| 100 Jahre CFC Hertha 06 vom 14.-16.April 2006 |
von Frank Hoppe
 | | Rathaus Charlottenburg: 1899-1905 von Heinrich Reinhardt & Georg Süßenguth für die Stadt Charlottenburg erbaut | |
Wenn ein Verein 100 Jahre alt wird, dann muß dies ganz besonders gefeiert werden. Der Charlottenburger Fußball-Club Hertha 06 ist einer dieser Vereine und läutete das Jubiläumsjahr am 3.März 2006 mit einem Festakt im Rathaus Charlottenburg ein. Zahlreiche Veranstaltungen seiner Abteilungen sollen dem noch folgen. Auch die Schach-Abteilung - obwohl selbst "erst" 56 Jahre alt - beteiligt sich an den Feierlichkeiten und führte am Karfreitag ein offenes Blitzturnier und am nächsten Tag ein großes Einladungs-Mannschaftsschnellturnier durch.
 | | Festschrift 100 Jahre CFC Hertha 06 Berlin, Seite 24 | | Fußballer vor dem Vater Neike-Sportrestaurant, wenn ich den Namen richtig entziffert habe. Das Datum des Fotos ist unbekannt, es müßte aber eine der ältesten Aufnahmen des Vereins sein. | |
| Charlottenburger Fußball-Club Hertha 06 | |
Am 5.März 1906 wurde der Verein als FC Vorwärts Charlottenburg von Fußballern gegründet. Knapp zwei Jahre später bekam der Verein seinen heutigen Namen. 1909 schloß sich Hertha dem Verband Brandenburgischer Ballspielvereine an. Seit 1978 ist Wolfgang Sandow Präsident des Vereins.
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| Nach dem 2.Weltkrieg wurde der Verein am 11.Juni 1949 neu gegründet, nachdem dem alten Verein einige Zeit jede Tätigkeit von den Alliierten untersagt wurde. |
Eine Abteilung Kegeln sollte bereits 1930 gegründet werden, doch erst 1949 wurde dieser Gedanke Wirklichkeit. 1952 schloß man sich mit dem KSK Nord zusammen. Foto Quelle Homepage Kegelabteilung |
| Am 6.Juli 1950 wurde die Schachabteilung auf einer Mitgliederversammlung im Vereinslokal Restaurant Kleinitzke (an der Schloßbrücke) gegründet. Gründungsmitglieder waren Karl Lehmann, Willi Zeitler, Alfred Maserath, Hans Horn, die Brüder W.T. und Franz Ost, Ernst Krause und Kurt Moldenhauer. Letzterer wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er gewann in den nächsten drei Jahren auch die Klubmeisterschaft. |
Die Tischtennisspieler fanden sich 1950 zusammen, als Ernst Dunz und vier Mitstreiter den Charlottenburger Tischtennis-Club gründeten. Am 1.Januar 1967 schloß man sich als Abteilung dem CFC Hertha 06 an. Nach der Wende 1989 begann die erfolgreichste Zeit der Abteilung. Nach dem Aufstieg in die 1.Bundesliga 1993 trennte sich die TT-Abteilung von Hertha und spielte unter dem Namen Super Donic Berlin groß auf. Spieler wie der schwedische Weltmeister Jörgen Persson (Foto, Quelle www.donic.de) und die deutschen Nationalspieler Steffen Fetzner und Torben Wosik prägten den Klub. 1995 kam der tiefe Fall, weil im Etat eine große Lücke klaffte. Die Spieler kehrten wieder zu Hertha 06 zurück. |
| Eine Förderabteilung gibt es seit wahrscheinlich 1968 im Verein. Sie half in all den Jahren den Abteilungen über finanzielle Engpässe hinweg. Derzeit gibt es 76 Förderer. |
Die Schachabteilung ist im Vorstand mit zwei ihrer Mitglieder vertreten. Günter Steinmetz (Foto, Quelle Homepage Schachabteilung), der von 1980 bis 2004 Vorsitzender der Schachabteilung war, ist Vizepräsident. Wolfgang Rother ist Schatzmeister des CFC Hertha 06. Am 3.März 2006 wurde Steinmetz vom BSV-Präsidenten Dr.Matthias Kribben mit der Silbernen Ehrennadel des Berliner Schachverbandes ausgezeichnet. |
 |  | Grußwort des BSV-Präsidenten Dr.Matthias Kribben | |  |
In meiner Funktion als Präsident des Berliner Schachverbandes gratuliere ich dem Verein Hertha 06 zu seinem stolzen 10Ojährigen Jubiläum ganz herzlich! Die Schachabteilung, einst von Fussballern des Vereines gegründet, ist seit über einem halben Jahrhundert eine Säule des Vereins Hertha 06 und eines von über 60 Mitgliedern im Berliner Schachverband. In diesen Jahrzehnten haben sich stets Schachfreunde gefunden, die sich für das Schachspiel engagierten und viele Menschen für das königliche Spiel begeisterten. All diesen Schachfreunden gilt heute unser besonderer Dank und Anerkennung für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz. Im Berliner Schachleben fällt der Verein Hertha 06 positiv auf durch hohe Kontinuität, große Fairness der Spieler und aktive Teilnahme an allen Veranstaltungen des Schachverbandes. Mit vier Mannschaften gehört Hertha 06 zum "oberen Drittel" der Berliner Schachvereine und die Erfolge, nicht zuletzt der Aufstieg in die Stadtliga, sprechen eine deutliche Sprache. In der letzten Zeit konnten sich insbesondere die Senioren des Vereines erfolgreich präsentieren und die Schachfreunde aus ganz Berlin freuen sich auch auf zukünftige Begegnungen mit den Spielern von Hertha 06, einem Verein, der, frei von Skandalen, seinen festen Platz im Berliner Schachleben gefunden hat.
Ich wünsche dem Verein Hertha 06 und seinen Spielern auch zukünftig viel Spaß und Erfolg bei der Ausübung des königlichen Spiels!
Dr. Matthias Kribben
- Präsident des Berliner Schachverbandes -
Quelle: Festschrift 100 Jahre CFC Hertha 06 Berlin, Seite 23
 |  | Einzelblitzturnier am 14.April 2006 | |  |
Karfreitag um 19 Uhr nahmen die Festlichkeiten in der Schach-Abteilung mit einem zünftigen Blitzturnier ihren Anfang. Für das Büffet war ein Unkostenbeitrag von 5 € zu berappen.
Die Kapazität von 80 Teilnehmern im Haus des Sports in der Arcostraße wurde nicht ganz erreicht. Bei 50 Spielern war noch reichlich Luft.
Sieger wurde nach 13 Runden Schweizer System Claudius-Thomas Gottstein (DWZ 2102) vom Hagener SV knapp vor Bat-Ochir Ulziibat (DWZ 1993) von der SG Weißensee.
Spitze
1. Gottstein,Claudius 2190 Hagener SV 11.0
2. Ulziibat,Bat-Ochir 1993 SG Weißensee 11.0
3. Schreck,Robert 1943 CFC Hertha 10.0
4. Vu,Philippe 2070 ZIB/ACCSB 9.0
5. Sebastian,Martin 2048 Fredersdorf 8.5
6. Savoric,Michael,Dr. 2045 CFC Hertha 8.0
7. Dehne,Peter 2041 CFC Hertha 8.0
8. Hoffmann,Peter 1836 CFC Hertha 8.0
9. Spieß,Gregor 1737 SV Empor 8.0
10. Hankow,Bert-Jürgen 1942 CFC Hertha 8.0
Links
Fortschrittstabelle
Tabelle
Turnierdatei - im SwissChess-7-Format
 |  | Einladungs-Mannschaftschnellturnier am 15.April 2006 | |  |
 | | Die Personen vor dem Portal sind Spieler von TSG Fredersdorf und Zitadelle Spandau | | Die 100 über der Eingangstür wurde natürlich nicht eigens wegen CFC Hertha angebracht ... - vielmehr hat das Rathaus die Adresse Otto-Suhr-Allee 100 | |
Um 9.30 Uhr wurde das Turnier mit einem Sektempfang der Charlottenburger Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen eingeläutet. Sie erzählte in kurzen Worten von der Geschichte Charlottenburgs und erinnerte an die 300-Jahr-Feier im vergangenen Jahr. Den Schachspielern wünschte sie für das Turnier viel Erfolg und keine Verletzungen, die ja beim Schach ohnehin nicht zu befürchten sind ...
Nach einer kurzen Ansprache vom CFC-Präsidenten Wolfgang Sandow leerten die Teilnehmer die bereitgestellten Sektgläser, bevor Robert Schreck um kurz nach 10 zum Turnier rief.
 | | Für jeden Geschmack etwas dabei | |
Mit 20 Mannschaften begann das siebenrundige Turnier. Die Bedenkzeit wurde von 20 auf 25 Minuten erhöht, da die elektronischen Uhren keine Voreinstellung für 20 Minuten haben.
Mit den Schachfreunden Berlin stand der große Favorit bereits fest, obwohl das Team die ersten beiden Runden mit 3 Mann auskommen mußte. Die beiden Bundesligaspieler an den ersten beiden Brettern sollten aber mindestens zwei Punkte je Runde garantieren. Am Ende mußten aber beide Punktverluste beklagen. Besonders das BSV-Präsidium setzte in der 6.Runde den Ex-Neuköllnern hart zu. Benjamin Dauth besiegte Polzin und Kribben hielt gegen Berndt remis. Das 2:2 bedeutete der einzige Punktverlust für den späteren Sieger.
 | | Die Pokale für die ersten Drei und der Ehrenpreis der Bezirksbürgermeisterin | |
 | | Das BSV-Präsidium (Carsten Schmidt, Werner Koch und Dr.Matthias Kribben) legt die Spieltaktik fest. Olaf Kreuchauf (verdeckt) lauscht gebannt. | |
Für die eingeladenen Gäste stand neben dem mittäglichen Büffet auch ein Imbiß und Getränke kostenlos zur Verfügung. Gelegenheit zu Spenden gab es auch. Die Schachabteilung hatte eigens dafür eine Kasse bereitgestellt, die hoffentlich reichlich gefüllt wurde.
 | | Das BSV-Präsidium beim 4:0 gegen TSG Fredersdorf. An Brett 1 spielt Benjamin Dauth gegen Gregor Fehrmann. Neben Fehrmann sitzen Andreas Steinmetz, Michael Sebastian und Helmut Hummel. | |
 | | Bundesligist Schachfreunde Berlin 1903 spielte erst zu dritt mit IM Rainer Polzin, IM Stephan Berndt und Lars Hein. Per telefonischen Notruf stieß zur 3.Runde gegen den SC Friesen Lichtenberg FM Christoph Nogly hinzu. Polzin gab hier gegen den Ostberliner Bezirksmeister von 1982, Ralf Rennoch (rechts), seinen ersten halben Punkt ab. | |
Nach dem Turnier zog ein Teil der Spielerkarawane weiter zum "Lavandevil" in der Schustehrusstraße, wo für Schach- und Tischtennisspieler das Restaurant und die Heimstatt des Schachclub Lavandevil eigens reserviert wurde.
 | | Nach der 3.Runde wurde ein kostenloses Büffet mit belegten Schrippen und Kartoffelsuppe mit reichlich Wurst von fleißigen Helferinnen bereitgestellt. Der Webmaster mühte sich redlich, aber vom Eintopf blieb leider noch etwas übrig ... | |
Mehr Bilder werden in Kürze in der Fotogalerie bereitgestellt.
Spitze
1. Sfrd. Berlin 13-1 20.5
2. Müller & Schneider 10-4 17.5
3. Kronacher Schachklub 10-4 17.5
4. Präsidium BSV 10-4 17.0
5. Weisse Dame 8-6 17.0
6. SC Friesen Lichtenberg 8-6 16.0
Links
Tabelle
Tabelle mit Aufstellungen
Alle Runden
Kreuztabellen Brett 1 bis 4
Turnierdatei - im SwissChess-7-Format
 | | Festschrift zum 100jährigen Jubiläum | |
Homepage - CFC Hertha 06
Homepage - der Schachabteilung von CFC Hertha 06
Bewertung
Autoreninfo Frank Hoppe, Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des Berliner Schachverbandes Ende 1996 ins Leben gerufen und betreut diese seitdem alleinverantwortlich. Er war außerdem von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes und von 2003 bis 2009 Referent der Wertungszentrale des Deutschen Schachbundes. Seit 2007 ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes und seit 2010 Redakteur des BSV-Mitteilungsblattes.
BSV © 28.07.2006
Kommentare
Schreck: Vielen Dank für den tollen Bericht (11.05.2006, 13:34 Uhr)
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