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  2. Schnellschachturnier der Vereinsvorsitzenden am 17.Juni 2006

von Carsten Schmidt

beim Schachfestival im Jüdischen Museum

Patrick Böttcher (Zitadelle Spandau) gewinnt souverän

Das Turnier der Vereinsvorsitzenden wurde im vergangenen Jahr nach langer Zeit wieder ins Leben gerufen. Früher gab es dieses Turnier im Westteil Berlins regelmäßig, wo die Vereinsvorsitzenden sich zum Stelldichein täglich eine Woche lang trafen, um den spielstärksten Funktionär zu ermitteln. Zum letzten Schachfest im Jüdischen Museum kamen 23 Vereinsvorsitzende oder ihre Stellvertreter zu dem Turnier im sonnigen Garten. In diesem Jahr trauten sich die Vereinschefs nicht in ganz so großer Menge zum Garten, wahrscheinlich war das Wetter der Grund. Die hervorragende Turnierleitung übernahmen Lothar Oettel und Anna Dreke. Sie sorgten stets für einen zügigen und trotzdem fehlerlosen Turnierverlauf.

Grigori Gorodetski (TuS Makkabi) blieb wieder nur Platz 2

Favoriten waren in diesem Jahr einerseits mit Sebastian Müller der neue Vorsitzende von Lasker Steglitz und wie eh und je Norbert Sprotte vom SC Kreuzberg. Auch der Vorsitzende des Berliner Schachverbandes, Dr. Matthias Kribben, und der Vorsitzende der FV Schach, Hartmut Mahlkow, waren in diesem Jahr mit von der Partie. Für den ELO-stärksten Spieler Sebastian Müller ging der Start auch gleich nach hinten los. Er verlor gegen den schon im letzten Jahr für einige Überraschungen gut geeigneten Karl Lisowski von der SG Weißensee. Danach punktete er aber durch und landete am Ende auf dem dritten Platz. Souverän drückte der neue Vorsitzende von Zitadelle Spandau, Patrick Böttcher, dem Turnier seinen Stempel auf. Mit nur zwei Remisen blieb er als einziger Spieler unbesiegt und gewann das Turnier mit 6,0/7. Wie im vergangenen Jahr konnte Grigori Gorodetski von TuS Makkabi den zweiten Platz erreichen. Er legte mit 4/4 stark vor, musste sich dann dem Turniersieger und Thorsten Groß, dem Vorsitzenden des SC Weiße Dame, geschlagen geben.

Sebastian Müller (SG Lasker)
Mit Weiße Dame und Chemie Weißensee haben zwei Verein ihren Vorsitzenden und ihren Vize ins Rennen geschickt. Der Sieger des Vorjahres, Jan Kinder, hat mit 50 % seinen Vorjahreserfolg nicht wiederholen können. Leider nahmen in diesem Jahr nur zwei Betriebsschach-Vorsitzende teil. Das sollte sich bei der 3. Auflage verbessern lassen. Dort werden vielleicht auch noch mehr Vereinsvorsitzende ihren Weg in den Garten finden.

Die besten Vorsitzenden Berlins: Grigori Gorodetski (2.), Patrick Böttcher (1.), Sebastian Müller (3.) und das Weisse-Dame-Führungsduo Thorsten Groß (4.) und Heinz Uhl (5.)

Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang Teilnehmer TWZ Verein/Ort S R V Punkte Buchh
1. Böttcher,Patrick 2033 SC Zitadelle Spandau 5 2 0 6.0 26.0
2. Gorodetski,Grigori 2060 TuS Makkabi Berlin 5 0 2 5.0 29.5
3. Müller,Sebastian 2092 SG Lasker Steglitz-W 4 1 2 4.5 29.5
4. Groß,Thorsten 2024 SC Weisse Dame 4 1 2 4.5 29.0
5. Uhl,Heinz 2059 SC Weisse Dame 4 1 2 4.5 27.5
6. Baier,Reinhard 1856 BSG 1827 Eckbauer 3 2 2 4.0 29.0
7. Lisowski,Karl 1891 SG Weißensee 49 2 4 1 4.0 27.0
8. Sprotte,Norbert 2201 SC Kreuzberg 3 2 2 4.0 26.5
9. Kribben,Matthias,Dr. 1987 SC Zitadelle Spandau 2 4 1 4.0 25.0
10. Schreck,Robert 1947 CFC Hertha 06 4 0 3 4.0 23.5
11. Parnemann,Olaf 1840 SC Schwarz-Weiß Lich 3 1 3 3.5 28.0
12. Kinder,Jan 2044 BSV 63 Chemie Weißen 3 1 3 3.5 23.0
13. Reiser,Ralf 1608 SSV Rotation Berlin 3 1 3 3.5 18.0
14. Eberlein,Johann 1810 BSV 63 Chemie Weißen 3 0 4 3.0 21.5
15. Mahlkow,Hartmut 1560 - ohne Verein - 3 0 4 3.0 18.5
16. Kapr,Klaus 2052 SC Friesen Lichtenbe 2 1 4 2.5 29.5
17. Zarubin,Juri 1799 - ohne Verein - 2 1 4 2.5 21.0
18. Hirr,Rudi 1674 SG Grün-Weiß Baumsch 2 0 5 2.0 18.0
19. Röckendorf,Uwe 1546 Spandauer SV 0 3 3 1.5 17.5
20. Behr,Dieter 1458 TSV Marienfelde 1890 0 1 6 0.5 19.0

Norbert Sprotte (SC Kreuzberg) - der Teilnehmer mit der größten Reputation. 1973 war er Westberliner Pokalsieger und 1979 Westberliner Meister. Die Konkurrenz zeigte trotzdem wenig Respekt. In Runde 1 forderte ihn der junge Vorsitzende der BSV Chemie Weißensee, Johann Eberlein. Sprotte siegte hier, wurde aber trotzdem nur Neunter.

Völlig unzufrieden war Dr.Klaus Kapr mit seinem 16.Platz. Wächst ihm die neue Aufgabe in seinem Verein SC Friesen Lichtenberg über den Kopf?! Drei Wochen zuvor stand Wolfgang Hartmann als langjähriger Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung und Kapr trat seine Nachfolge an. Hartmann war kurz danach auch noch aus dem Verein ausgetreten.

Uwe Röckendorf ist der Vorsitzende des ältesten Spandauer Schachvereins. Am 30.September 1894 erblickte der Spandauer SV das Licht der Welt - vermutlich unter dem Namen Spandauer Schachgesellschaft.

Hartmut Mahlkow ist der Vorsitzende der Fachvereinigung Schach - des Verbandes der Berliner Betriebsschachspieler. Seit dem Rücktritt Seppelts im März 2004 nähern sich beide Verbände einander an. Für einen Zusammenschluß scheint die Zeit aber noch nicht reif.

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Autoreninfo

Carsten Schmidt,
Jahrgang 1970, wurde in den 1990er Jahren Jugendwart des Berliner Schachverbandes. 2004 gab er dieses Amt auf und wurde zum Vizepräsidenten des Verbandes gewählt. 2010 wurde er zum Präsidenten des Verbandes gewählt.

praesident@berlinerschachverband.de

BSV © 28.07.2006

Kommentare

Webmaster:
Meinen Satz mit dem Eklat in der Bildunterschrift, habe ich jetzt nach Befragung der Quellen geändert.
(26.06.2006, 15:49 Uhr)

vize:
Hallo Klaus,
von einem Eklat habe ich nix gehört. Die Bildunterschriften sind von Frank Hoppe. Ich würde mir zur Arbeit eines Vereinsvorsitzenden nie ein Urteil erlauben wollen. Alle Ehrenamtler verdienen meinen uneingeschränkten Respekt!
Für Deine neue Aufgabe als Vereinsvorsitzender wünsche ich Dir ein gutes Händchen und viel Erfolg!
Carsten Schmidt

(26.06.2006, 13:21 Uhr)

Gabel:
Hallo Carsten,

zun Deinem Bericht zum Turnier der Vereinsvorsitzenden:

Ich erkläre, dass es auf der Wahlversammlung keinen Eklat gab. Der Rücktritt von zwei Vorstandsmitgliedern stand seit Monaten fest. Gerüchte sollten nicht leichtfertig verbreitet werden. Zu Deinem Urteil über meine Tätigkeit als Vorsitzender sage ich, gib mir wenigstens 100 Tage Zeit, mich einzuarbeiten.
MfG
K. Kapr

(25.06.2006, 21:21 Uhr)

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