| 3. Woltersdorfer Schnellschachturnier am 25. August 2007 |
 | | Frank Hoppe | | Turniersieger Frank Hoppe | |
Der 25. August 2007 war schon lange in meinem Terminkalender fest verplant - als zweiter Besuchstag bei meinem neuen Verein Doppelbauer Woltersdorf. Seit Monaten bewarb der Verein auf seiner Homepage das 3. Woltersdorfer Schnellturnier. Ich fieberte dem Termin mit der leisen Hoffnung entgegen, das fünfrundige Turnier locker abtragen zu können. Zumal man genau das auch von mir erwartete, als neues Spitzenbrett der 1. Mannschaft in der Landesklasse.
Um nicht ganz konkurrenzlos zu sein und nicht zu einfach das Preisgeld einzusacken, fragte ich meine Arbeitskollegen Peter Hintze und Andreas Reiche, ob sie Interesse hätten, mit nach Woltersdorf zu kommen - auch ohne Auto. Peter konnte ich überzeugen, Scottie hatte keinen Bock.
Als wir in Erkner ankamen und die Wartezeit auf den "Überlandbus" mit einem Besuch bei ALDI verkürzten, lief uns der "Lalla" über den Weg - in Woltersdorf besser bekannt als "Super-Mario". Mario war gerade dabei, gemeinsam mit seiner Frau die gesamte Kohle beim Wochenendeinkauf auf den Kopf zu hauen. Er wollte uns weismachen, nicht am in Kürze beginnenden Turnier teilzunehmen. Eine geradezu unglaubliche Aussage, wenn man bedenkt, das Mario einer der Macher bei Doppelbauer ist. Aber vielleicht haben wir uns auch verplappert und er hat seiner Frau vorher erzählt, er müßte heute noch arbeiten. Seine Angetraute hat jedenfalls zu unserer Unterhaltung keinen Kommentar abgegeben.
 | | Frank Hoppe | | Patricia Bernert und Hartmut Oswald | |
Im Spiellokal am Flakensee war Mario dann aber doch. Wir hatten gerade rumerzählt, er würde nicht kommen können, da traf Mario - schwer an einem Computermonitor schleppend - am Spielort ein. Den schloß er hurtig an einen alten Laptop an, dem der eigene Monitor abhanden gekommen war. Im SwissChess-DOS-Programm hatte er schon eine Turnierdatei vorbereitet und die möglichen Teilnehmer eingegeben. Ich glaube, Mario war ganz froh, das ich mitspielte, denn ich mußte ihn tatkräftig bei der Arbeit am Computer unterstützen.
Die Last der Favoritenbürde fiel von mir, als wir eintrafen, denn der Favorit war bereits anwesend. Hartmut Höckendorf, der mehr aus Spaß für die neue Saison in Fürstenwalde zusagte (ist ja fast wie bei mir), ließ es sich nicht nehmen, auch noch ein Spaßturnier in Woltersdorf mitzunehmen. Später kam auch noch Tino Dzubasz (einer meiner Angstgegner früherer Jahre) und meine Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden zerplatzten wie eine Seifenblase.
 | | Frank Hoppe | | Sonnengirlie Grit Lemke und Mandy Barna | |
Erschwert wurden die Spielbedingungen für mich, weil wir draußen spielten und die Sonne die Spieltische in gleißendes Licht hüllte. Glücklicherweise standen Sonnenschirme bereit und umso unverständlicher war für mich die Sonnenbesessenheit von Grit Lemke, die ihre Gegner wie eine Sirene an ihr schattenloses Brett lockte. Das Murren ihrer Spielpartner entschärfte sie mit den Worten, das sie sich dafür mit dem Gesicht zur Sonne setzt.
 | | Frank Hoppe | | Das Eberswalder Duo Silvio Siegler und Mandy Barna. Im Hintergrund normalsterbliche Gaststättenbesucher. | |
In Runde 1 bekam ich es mit Vorjahressieger Silvio Siegler zu tun. Der jetzt vereinslose Eberswalder war zusammen mit Mandy Barna angereist. Ich machte zwar den erwarteten ganzen Punkt mit Schwarz, mußte aber über die volle Distanz gehen, denn Silvio leistete erbitterten Widerstand. Gleichzeitig sah ich mit Wohlwollen, wie sich an den Nebenbrettern die Favoriten verabschiedeten: Hintzes Angriff versandete im Nichts und Andreas Papendieck machte den vollen Punkt. Hartmut Höckendorf kam gegen Wolfgang Werk auch nicht über ein Remis hinaus.
 | | Frank Hoppe | | Hartmut Höckendorf bei seiner Zweitrundenpartie ... | |
 | | Frank Hoppe | | ... und Andreas Papendieck ist am Zug | |
Hartmut Oswald ließ in der zweiten Runde mein Nordisches Gambit von sich abprallen. Durch eine Unachtsamkeit meinerseits kam es zum Damentausch, doch glücklicherweise stellte mein Gegner seinen soliden Mehrbauern bei einem Figurentausch wieder ein. Im Doppelturmendspiel konfrontierte mich Hartmut mit einem Remisangebot. Angesichts seiner Restbedenkzeit (insgesamt standen jedem Spieler 15 Minuten zur Verfügung) und der Spielstärke, war ich zuversichtlich, das der "Sack" irgendwann noch kommen würde - ich lehnte ab und behielt recht.
Der große Favorit Höckendorf stolperte dagegen erneut. Auch gegen Andreas Papendieck kam nur ein Remis heraus. Zudem konnte sich Mario gegen den ehemaligen Meisteranwärter Tino Dzubasz etwas überraschend durchsetzen. Was soll jetzt noch passieren, dachte ich mir und wähnte mich am Ziel.
 | | Frank Hoppe | | Mario Janik ist drauf und dran dem späteren Turniersieger den vollen Punkt abzunehmen | |
Spitzenpaarung in Runde 3 - Janik gegen Hoppe. Ich mußte mit dem Handicap leben, die Sonne genau im Gesicht zu haben. Das soll aber nicht die Entschuldigung dafür sein, das ich die Eröffnung verwurschtelte und der "Lalla" mir alsbald einen Bauern abnahm. Statt aber konsequent den Vorteil auszubauen (z.B. Turm auf die siebte Reihe), verrechnete sich Mario bei einem Abspiel und mußte die Dame für den Turm geben. Für eine würdevolle Aufgabe reichte dieser Materialnachteil aber wohl nicht - Mario spielte fast bis zum bitteren Ende weiter.
Mit 3 aus 3 war ich nur noch zwei Runden vom Turniersieg entfernt. Der nächste Gegner hieß Tino Dzubasz. Tino lehnte mein Nordisches Gambit ab und versuchte nach Kräften, meine Rochade zu verhindern. Die konnte ich schließlich irgendwann machen und ich war jetzt geneigt, meinem Gegner Remis anzubieten. Die Stellung war etwa gleich und die Punkteteilung lag in der Luft. Tino kam aber dann doch in leichten Vorteil, als er mit dem Turm in meine Stellung eindrang. Zu meinem Leidwesen verstellte ich meinen Läufer und gab nach der schwarzen Antwort sofort auf. Bauernverluste waren nicht mehr zu vermeiden.
 | | Frank Hoppe | | Andreas Papendieck hat noch gut lachen - doch bald läßt sein Sorgenpferd grüßen | |
Vor der letzten Runde hatten vier Spieler drei Punkte. Höckendorf und Dzubasz mit knapp besserer Wertung vor Hoppe und Papendieck. Das waren auch gleichzeitig die Schlußpaarungen. Ich spielte Französisch und Andreas Papendieck überraschte mich mit dem Aufbau Lh3/Sf3/Bh2,g3,f2. Der ungedeckte Springer auf f3 wurde ihm wenig später zum Verhängnis, als ich nach seinem Zug Db3 mit Tc3 Springer und Dame aufs Korn nahm. Bis zum 1:0 für mich dauerte es nicht mehr lange.
An Brett 1 hatte sich Hartmuts Vorteil inzwischen verflüchtigt und Remis war die unausweichliche Folge. Mein Turniersieg war in Sack und Tüten!
 | | Frank Hoppe | | Patricia Bernert | |
 | | Frank Hoppe | | Hartmut Höckendorf stand gegen Peter Hintze alles andere als gut | |
 | | Frank Hoppe | | Tino Dzubasz kiebitzt bei der Konkurrenz | |
 | | Frank Hoppe | | Wolfgang Werk und Mandy Barna | |
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| Frank Hoppe | 2046 | DBW | 4,0 | 11,5 | 13S1 | 10W1 | 9S1 | 3W0 | 4S1 | | Hartmut Höckendorf | 2199 | Fürst | 3,5 | 15,5 | 5W½ | 4S½ | 7W1 | 6W1 | 3S½ | | Tino Dzubasz | 1977 | Ober | 3,5 | 13,5 | 11W1 | 9S0 | 10W1 | 1S1 | 2W½ | | Andreas Papendieck | 1855 | DBW | 3,0 | 15,5 | 6S1 | 2W½ | 5S½ | 9W1 | 1W0 | | Wolfgang Werk | 1832 | Rüd | 3,0 | 12,5 | 2S½ | 12W1 | 4W½ | 8S0 | 9S1 | | Peter Hintze | 1996 | Zugz | 3,0 | 11,5 | 4W0 | 11S1 | 14W1 | 2S0 | 10W1 | | Thomas Gurack | 1618 | DBW | 3,0 | 10,0 | 10S0 | 13W1 | 2S0 | 14S1 | 8W1 | | Mandy Barna | 1702 | Motor | 2,5 | 10,5 | 9W0 | 14S½ | 12W1 | 5W1 | 7S0 | | Mario Janik | 1818 | DBW | 2,0 | 16,0 | 8S1 | 3W1 | 1W0 | 4S0 | 5W0 | | Hartmut Oswald | 1632 | DBW | 2,0 | 14,5 | 7W1 | 1S0 | 3S0 | 13W1 | 6S0 | | Harald Nöske | 1653 | DBW | 2,0 | 10,0 | 3S0 | 6W0 | 13S0 | 12S1 | 14W1 | | Grit Lemke | 1427 | DBW | 1,5 | 9,5 | 14W½ | 5S0 | 8S0 | 11W0 | 13S1 | | Silvio Siegler (TV) | 1733 | - | 1,0 | 12,5 | 1W0 | 7S0 | 11W1 | 10S0 | 12W0 | | Patricia Bernert | 1425 | Rüd | 1,0 | 12,0 | 12S½ | 8W½ | 6S0 | 7W0 | 11S0 |
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