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  Zwei Kandidaten und drei Rücktrittsdrohungen

von Frank Hoppe

Der Verbandstag am 31. März 2008

Dagobert Kohlmeyer
Zwei Generationen: Alfred Seppelt (Präsident von 1984 bis 2004) und sein Nachfolger Matthias Kribben

Als BSV-Präsident Dr. Matthias Kribben im Mai 2007 sein Amt als dritter Vizepräsident (und erster Stellvertreter) im Deutschen Schachbund antrat, fand das nicht bei jedem Zustimmung. Kribbens Stellvertreter im BSV, Carsten Schmidt, war über die zusätzliche Aufgabe seines Chefs überhaupt nicht erfreut. Schmidt sah die Gefahr kommen, das sein Präsident nicht mehr all seine Kraft dem Berliner Schachverband zur Verfügung stellen könnte. Das Verhältnis der Beiden zueinander stand fortan unter dem Eindruck der Doppelbelastung Kribbens.

Am letzten Donnerstag, vier Tage vor dem Verbandstag, konnte Kribben einen gemeinsamen Termin mit Schmidt und Landesspielleiter Matthias Möller nicht wahrnehmen. Daraufhin faßte der ehemalige Landesjugendwart Carsten Schmidt den Entschluß, für die Präsidentschaft zu kandidieren. Von seinem Vorhaben informierte Schmidt nur wenige Leute, Kribben z.B. erst am Vortag telefonisch. Ich hatte am Montagvormittag noch mit dem Überraschungskandidaten gechattet, wo er mir seinen Entschluß mitteilte: "Ich denke, dass [Matthias'] Doppelbelastung [...] dem BSV auf Dauer mehr schadet als nützt." und zum Verhältnis mit Matthias meinte er trotz der Kampfkandidatur: "... obwohl wir uns sonst gut verstehen."

Bevor ich aber auf den Höhepunkt des Verbandstages weiter eingehe, möchte ich den Abend in chronologischer Reihenfolge im Folgenden den Mitgliedern näherbringen, die gestern nicht anwesend sein konnten oder durften (Platzmangel...).

Frank Hoppe
Delegierte

Illustre Gäste und Abschiedswehmut

Dagobert Kohlmeyer
Illustre Gäste beim Verbandstag

Dagobert Kohlmeyer
Dirk Jordan, Horst Metzing

Dagobert Kohlmeyer
Horst Metzing

Nur mit knapp einer dreiviertel Stunde Verspätung eröffnete Präsident Dr. Matthias Kribben um 18.42 Uhr im Rathaus Tempelhof den Verbandstag 2008. Er begrüßte die anwesende Prominenz, angeführt vom DSB-Sportdirektor Horst Metzing, dem Dresdner Olympia-Chairman Dr. Dirk Jordan, FV-Schach-Präsident Rainer Zöllner und BSV-Ehrenpräsident Alfred Seppelt. Jordan war eigens angereist, um einen Ausblick auf den aktuellen Stand in den Vorbereitungen zur Schacholympiade im November in Dresden zu geben. Sein Vortrag wurde in die Tagesordnung zusätzlich mit aufgenommen.

Gedenken an die Toten

Wie schon seit einigen Jahren üblich, wird an die Verstorbenen des letzten Jahres mit einer Gedenkminute erinnert. Das sind durchaus nicht wenige. Schach kann man bis ins hohe Alter spielen und fast alle Verstorbenen erfreuten sich dadurch eines hohen Bekanntheitsgrades. Stellvertretend seien einige genannt, die teils viel zu früh aus dem Leben schieden: Gerhard Tunnat, Dr. Dieter Wilke, Friedrich Eifler, Hans Lotz, Stjepan Kristovic, Manfred Genzmann, Wolfgang Brüske, Hans-Jürgen Stieg und Peter Lindenberg.

Versammlungsleiter - wie immer Martin Hamann - übernahm das Zepter, Oliver Hänsgen stellte die berechtigten Stimmen fest (154 Vereine, 9 Präsidium) und Bettina Bensch führte das Protokoll.

Ehrungen

Dagobert Kohlmeyer
Blumen für Frau Carl

21 Jahre stand Barbara Carl an der Seite des jeweiligen Präsidenten in der BSV-Geschäftsstelle ihre Frau. Ende 2007 ging sie in den verdienten Ruhestand. Das Präsidium hatte sich bereits Monate zuvor mit einer Anzeige auf der Verbandshomepage um einen Nachfolger gekümmert. Es gab zahlreiche Bewerbungen. Manche scheiterten an exorbitanten Gehaltsforderungen, andere an mangelnder Fachkompetenz. Bettina Bensch, die seit Jahren sehr aktiv im Jugendausschuß des Verbandes arbeitet, setzte sich schließlich durch. Frau Carl wird auch in Zukunft noch bereitstehen, um Bettina Bensch bei Problemen zu unterstützen.

Dagobert Kohlmeyer
Atila Figura ist FIDE-Meister

Frank Hoppe
Matthias Kribben ehrt Ilja Brener

Dagobert Kohlmeyer
Benjamin Dauth mit Urkunde

Frank Hoppe
Benjamin Dauth

Teil 2 der Ehrungen betraf die erfolgreichen Schachmeister unter uns. Atila Gajo Figura und der scheidende Landesjugendwart Benjamin Dauth wurden als FIDE-Meister ausgezeichnet, Jugend-Olympiamannschafts-
mitglied Ilja Brener als Internationaler Meister und Rainer Polzin sogar als Großmeister.
In Abwesenheit wurde dem ehemaligen Landesspielleiter Dr. Joachim Fechner die Silberne Ehrennadel des Berliner Schachverbandes verliehen.
Der SC Zitadelle Spandau wurde für den Gewinn der Berliner Mannschaftsmeisterschaft 2007/08 mit einem Pokal geehrt. Carsten Schirrmacher, Patrick Böttcher und Matthias Kribben (Ja, er kann auch Schachspielen!) nahmen das gute Stück aus den Händen von Landesspielleiter Matthias Möller entgegen.

Dagobert Kohlmeyer
Spandau mit Pokal des Berliner Landesmeisters

Frank Hoppe
Rainer Polzin ist seit einigen Monaten Großmeister

Dirk Jordan zur Olympiade 2008

Dagobert Kohlmeyer
Olympiade-Präsentation

Ein bekannter Gast auf Verbandstagen und Politikerturnieren ist der Dresdner Dr. Dirk Jordan. Der einst für die BSG AdW Berlin in der DDR-Sonderliga spielende Jordan ist der Chairman (landläufig auch Vorsitzender genannt) des Organisationskomitees der Schacholympiade Dresden 2008. Seinen halbstündigen Vortrag garnierte er mit zahlreichen Tafeln, die er vom Laptop auf die Wand projizierte.
Von der Eröffnungsveranstaltung in einem Eisstadion am 12. November wird es eine halbstündige Fernsehübertragung geben. Der 15. November ist der Tag des freien Eintritts. Die Sächsische Sparkasse hat das Sponsoring dafür übernommen. Eintrittstkarten für die anderen Tage sind ab 4,50 € zu haben, wobei die Goldkarten bereits ausverkauft sind.

Die usprünglich auf zwanzig Minuten angelegte Präsentation wurde leider nach rund siebenundzwanzig Minuten von einem unschönen Zwischenruf unterbrochen. Einem jungen Schachfreund dauerte das alles zu lange. Jordan kam daraufhin zum raschen Ende.

Dagobert Kohlmeyer
Dirk Jordan wirbt für die Schacholympiade

Frank Hoppe
Präsentation der Olympiade Dresden 2008

Anträge auf Satzungsänderung

Matthias Möller zog seinen Antrag zurück. Er wollte § 9.2 der Satzung - Der Vermittlungsausschuss entscheidet außerdem über Proteste gegen Bescheide, die der Landespielleiter, [...] nach den Bestimmungen der Turnierordnung erlassen hat. - ergänzen durch: Der VM entscheidet nicht über die Auslegung der geltenden FIDE-Regeln und der Turnierordnung des DSB.

Die Sfr. Siemensstadt stellten folgenden Antrag: "Die Satzung des BSV wird in § 12 (Verbandsstrafen) um folgenden Absatz ergänzt: Verhängte Verbandsstrafen sind nach Eintritt der Rechtskraft in geeigneter Weise zu veröffentlichen."
Der Antrag wurde mit 120 gegen 10 Stimmen bei 29 Enthaltungen klar angenommen.

Aussprache über die Berichte der Referenten und des Präsidiums

Um 19.30 Uhr trat Präsident Matthias Kribben ans Mikrofon, ging kurz auf die Berichte der Referenten ein und lobte deren Arbeit. Er verwies weiterhin auf die Zusammenarbeit mit der Fachvereinigung Schach, die durch deren neuen Vorsitzenden Rainer Zöllner, in Zukunft sehr fruchtbar zu werden scheint. Ebenso hob Kribben die Partnerschaft mit der Emanuel Lasker Gesellschaft hervor. Über den ersten Teil seines Vortrages habe ich das nachfolgende Video gedreht:

Vortrag Dr. Kribben zu den Berichten

Anschließend begann die Diskussion über die Berichte. Nachfolgend einige Wortmeldungen:

  • Fred Lenkeit: Da Matthias Kribben in seinem Beitrag auf den weiter anhaltenden Mitgliederschwund zu sprechen kam, wollte Lenkeit Auskunft über die Mitgliederentwicklung der letzten 10 Jahre haben. Seine Frage konnte leider nicht beantwortet werden. DV-Referent Thomas Binder hatte keine Zahlen dabei und Kribben forderte die Vereine noch einmal zu verstärkter Werbung auf.
  • Thorsten Groß bemängelte die dürftige Berichterstattung über die BMM auf der Homepage, ebenso ist die Erreichbarkeit der Referenten per Email schlecht. Lediglich die Kommunikation mit dem DV-Referenten bezeichnete er als gut.
  • Hans-Peter Ketterling erkennt keinen Fortschritt beim Doppelspielproblem Berliner Schachverband ./. Fachvereinigung Schach.
  • Rudi Hirr ist vom BMM-Skript von Benjamin Dauth begeistert. In der Rochade Europa fehlt ihm allerdings die kontinuierliche Berichterstattung. [Webmaster: Norbert Heymann vom LSBB ist dafür alleinverantwortlich. Er holt sich die Ergebnisse selbst aus dem BMM-Skript.]
  • Wolfgang Hartmann ist mit fast allen Berichten zufrieden. Nur der vom Landesspielleiter stößt ihm negativ auf: Polemik im bericht, fehlende Koordination bei der Terminfindung, Emails werden nicht beantwortet.
  • Frank Walther ist enttäuscht von der Feierabendliga. Eine Berichterstattung fand fast nicht statt, ebenso nervten die zahlreichen Spielausfälle. Hier sind Sanktionen nötig, um das in Zukunft zu verhindern.
    Die Rundenberichte der BMM kamen oft zu spät.
  • Matthias Möller nimmt Stellung zum Emailproblem. Er bekommt jeden Tag 50 Spammails an . Er bittet darum, direkt seine private Email-Adresse zu benutzen. [Webmaster: Im Postfach des Landesspielleiters liegen zum jetzigen Zeitpunkt 24.465 Mails. Vermeintlicher Spam wird im Betreff markiert und kann beim Abholen von Möller leicht - mittels Filternregeln in seinem Emailprogramm - aussortiert werden. Mails mit Viren werden sofort gelöscht. Wenn Möller also wirklich täglich das Postfach abfragt, so hat er jedenfalls nie die Emails abgeholt und sortiert, geschweige denn gelesen. Wenn ich die Spamfilterung komplett auf dem Server mache, schlüpfen höchstens 3-4 Spammails je Tag durch. Da Möller die Mails offensichtlich doch nicht abholt, werde ich aus der Adresse demnächst eine Weiterleitung machen. Sein Dienstleister CompuServe muß dann die Spamfilterung übernehmen.]
  • Klaus Welke findet die gesamte Terminplanung miserabel. Überregionale Termine kollidieren z.B. mit der BMM.
  • Fred Lenkeit begrüßt das zeitige Ende der BMM und wünscht sich die Beibehaltung dieser straffen Terminplanung. Er erhält Beifall.

Frank Hoppe
Werner Koch, Carsten Schmidt, Matthias Möller, Alfred Seppelt

Frank Hoppe
Matthias Möller und Alfred Seppelt

Die leidigen Finanzen

Das Kapital Finanzen ging bei diesem Verbandstag erstaunlich schnell über die Bühne, trotzdem Schatzmeister Werner Koch nach wie vor nur negative Zahlen präsentieren konnte. Um 21.850 € sind die Rücklagen des Verbandes in den letzten drei Jahren geschrumpft. Wenn wir nicht in einigen Jahren pleite sein wollen, heißt die Devise nur: Mitglieder, Mitglieder, Mitglieder! Werbung ist alles. Koch rechnete vor: 56 Vereine mal 5 neue Mitglieder mal 20 € Jahresbeitrag gleich rund 5.000 € mehr im Etat - plus erhöhter Zuschüsse vom Senat!
Im Internet und im Computer sieht er die Hauptursachen des Mitgliederschwundes: Immer mehr Erwachsene spielen Schach im Internet, statt im Verein. Diese These kann man teilen, aber untermauert durch eine Studie wurde sie wohl noch nicht.

Zum Beitrag von Werner Koch gab es ebenfalls Wortmeldungen:

  • Hans-Peter Ketterling beschrieb die Situation beim SK Tempelhof. Trotz intensiver Werbung gab es nur eine geringe Resonanz. In acht Jahren wurden nach Abzug der Abgänge gerade einmal 5 bis 6 Mitglieder dazugewonnen.
  • Fred Lenkeit fragt erneut nach den Zahlen der letzten 10 Jahre...
  • Matthias Kribben beklagt einen Vereinsschwund in Deutschland insgesamt. Die Mitgliederzahlen bleiben aber gleich, was wiederum heißt, das die Vereine größer werden. Den Berliner Schachverband sieht er als einen der reicheren Verbände im DSB - und "nur" 4.300 statt "geplanter" 8.000 € Verlust, ist doch keine schlechte Entwicklung.
  • Thomas Binder präsentiert nun doch Zahlen - für die letzten vier Jahre. Pro Jahr hat der BSV 2 Prozent der Mitglieder verloren, größtenteils durch abgemeldete Vereine. Aktuell beträgt der Rückgang aber nur 0,5 Prozent. Drei Viertel der Neuanmeldungen sind Jugendliche.
  • Carsten Schmidt bittet darum, auf keinen Fall beim Jugendschach zu sparen.

Frank Hoppe
Matthias Kribben und Martin Hamann

Frank Hoppe
Bettina Bensch, Werner Koch, Carsten Schmidt, Alfred Seppelt

Abstimmung über den Etat

Dagobert Kohlmeyer
Abstimmung

Die Rechnungsprüfer Udo Pasternak und Sven Schüle hatten keine Beanstandungen zum Verbleib des Geldes, mit dem der Verband wirtschaftet. Schatzmeister Werner Koch verwies noch einmal auf den geringen Verlust von unter 5.000 € im Jahr 2007, was der preiswerten Frau Carl zu verdanken ist, deren Bezüge nicht so enorm hoch waren. Ganz anders ihre Nachfolgerin. Bettina Bensch "greift alle Beitragserhöhungen ab", so Koch - allgemeines Gelächter.

Der Etat 2008 wurde mit 4 Neinstimmen bei geringen Enthaltungen klar angenommen.

Dagobert Kohlmeyer
Versammlungsleiter Hamann

Wahlen

Nachdem das Präsidium einstimmig entlastet wurde, kam es zum spannendsten Teil des Abends. Nur Insider ahnten, was nun folgen würde. Die Mehrzahl der Delegierten waren ahnungslos und wurden eiskalt erwischt.

 Wahl zum Präsidenten

Dr. Matthias Kribben wurde vorgeschlagen und bestätigte seine Kandidatur. Versammlungsleiter Hamann fragte nach weiteren Kandidaten. Betretendes Schweigen, ich schaute zu Carsten Schmidt, doch nichts rührte sich bei ihm. Als ich schon glaubte, Carsten hätte seine Kandidatur insgeheim abgeblasen, meldete sich Manfred Rausch aus der letzten Reihe: "Ich schlage Carsten Schmidt vor!" Alle Augen richteten sich aufs Podium, wo Schmidt nach einer scheinbar schier endlosen Pause, zögernd seine Kandidatur bestätigte und um Worte an die Versammlung bat. Die Bombe war geplatzt.

Im Saal kam Unruhe auf. Ungläubig schauten sich die Vereinsvertreter an. Die jetzt folgenden Redebeiträge der beiden Kandidaten habe ich mitgeschnitten:

Carsten Schmidt zu seiner Kandidatur

Matthias Kribben zu seiner Kandidatur

Frank Hoppe
Carsten Schmidt und Matthias Kribben vor der Wahl

Versammlungsleiter Hamann genehmigte dem Verbandstag eine fünfminütige Pause. Gelegenheit für die Delegierten ihr Stimmverhalten zu überdenken und Kraft für die Diskussion zu sammeln.

  • Fred Lenkeit möchte wissen, ob beide Kandidaten ggfs. als Vizepräsident im Falle einer Niederlage zur Verfügung stehen. Kribben nimmt das Wörtchen "Nein" nicht in den Mund und verweist stattdessen auf seine Verhandlungen mit Sponsoren, die er unmöglich als Vize weiterführen kann.
  • Matthias Möller erklärt seinen Rücktritt als Landesspielleiter, sollte Kribben Präsident bleiben.
  • Carsten Schmidt benennt Martin Sebastian als seinen Stellvertreter und steht im Fall der Niederlage nicht als Vize zur Verfügung.
  • Last but not least meldet sich auch noch Dagobert Kohlmeyer, der als Pressewart im Team Schmidt keine Zukunft sieht. Hauptgrund: Er wurde vorab nicht informiert. Wenigstens ein Fürsprecher für Matthias Kribben.

Um 21 Uhr begann die geheime Abstimmung, für die Oliver Hänsgen zuvor 157 mögliche Stimmen genannt hatte. Martin Hamann gab eine Viertelstunde später das Ergebnis bekannt:

Verlesung des Wahlergebnisses

83 Stimmen für Kribben, 63 für Schmidt, 11 Enthaltungen. Damit ist Dr. Matthias Kribben wiedergewählt worden.

 Wahl zum Vizepräsidenten

Werner Wiesner schlägt Carsten Schmidt vor. Schmidt, der zuvor als Erster Matthias Kribben zur Wiederwahl gratuliert hatte, bat um eine kurze Auszeit. Nach einer kurzen Unterredung mit Wiesner, Möller und Kribben, sagte Schmidt überraschend zu.

Schmidt, der noch einmal darauf verwies, das er den Kampf um die Präsidentschaft nicht aufgeben wird, wurde mit großer Mehrheit bei 6 Nein-Stimmen und 23 Enthaltungen gewählt.

Frank Hoppe
Dieter Ostwald macht sich Notizen. Links die alte und neue Frauenschachreferentin Anita Neldner.

 Wahl zum Schatzmeister

Werner Koch (Vorschlag Hamann) wird mit wenigen Enthaltungen wiedergewählt.

 Wahl zum Landesspielleiter

Martin Sebastian wird vorgeschlagen. Den Amtsinhaber Matthias Möller schlägt Dagobert Kohlmeyer vor. Möller, der nach der Wahl von Kribben fast fluchtartig das Podium verlassen hatte, bestätigte entgegen vorheriger Aussagen seine Kandidatur. Der ebenfalls vorgeschlagene Martin Sebastian negierte sofort lautstark und sehr bestimmt ein mögliches Interesse.

Möller wurde mit 29 Nein-Stimmen bei 15 Enthaltungen wiedergewählt.

 Wahl zum Landesjugendwart

Der vom Jugendausschuß präsentierte Kandidat Daniel Kiehl stellte sich kurz vor und wurde einstimmig als neuer Landesjugendwart gewählt. Er löst Benjamin Dauth ab.

 Bestätigung der Referenten

  • Ausbildung/Leistungssport: Carsten Schmidt einstimmig bestätigt
  • Frauenschach: Anita Neldner wurde einstimmig(?) bestätigt. Die Enthaltungen wurden nicht abgefragt.
  • Freizeit- und Breitensport: Olaf Sill wird bei 5 Nein-Stimmen bestätigt. Enthaltungen?
  • Mitteilungsblatt: vakant
  • DV/Passwesen: Thomas Binder einstimmig
  • Presse: Dagobert Kohlmeyer 6 Nein-Stimmen
  • Schulschach: Der neue, noch sehr unbekannte und nicht anwesende Kandidat Tilo Steinkrauß wurde einstimmig bestätigt. Carsten Schmidt verlas einen Brief von Steinkrauß, in dem dieser sich vorstellte. Steinkrauß ist Lehrer für Mathematik und Physik und Mitglied bei den Sfr. Siemensstadt.
  • Seniorenschach: Werner Wiesner 5 Enthaltungen
  • Wertungen: Frank Hoppe einstimmig
  • Materialwart: Martin Sebastian einstimmig
Frank Hoppe
Olaf Kreuchauf

Zum Mitteilungsblatt gab es einige Wortmeldungen:

  • Olaf Kreuchauf bestätigte seinen Rücktritt nach fünf Jahren und stellte sich nicht der Wiederwahl.
  • Dagobert Kohlmeyer lehnte die Übernahme des Referats - nachdem er vorgeschlagen wurde - aus Zeitgründen ab.
  • Carsten Schmidt schlug als Alternative für das Mitteilungsblatt (falls kein Nachfolger gefunden wird) ein Jahrbuch vor. Da muß sich zwar auch erst jemand finden, aber es wäre zu überdenken. Ein bis zwei Exemplare erhält jeder Verein kostenlos, für weitere Exemplare sind jeweils 3-5 € zu berappen.
  • Martin Hamann: Satzung verlangt ein Mitteilungsblatt
  • Manfred Rausch: Mitteilungsblatt kommt mit Unterstützung der Zeitschrift SCHACH heraus. Inwieweit geht da was?! Olaf Kreuchauf und Martin Hamann erteilen dem eine Absage. SCHACH übernimmt nur die Verteilung und den Druck.

Frank Hoppe
Dirk Jordan und Matthias Möller

Frank Hoppe
Matthias Kribben und Dagobert Kohlmeyer

Frank Hoppe
Werner Ott und Horst Metzing - beide vom SC Kreuzberg

Vermittlungsausschuß

Auch hier standen Wahlen an. Norbert Sprotte wurde als Vorsitzender mit nur 6 Enthaltungen wiedergewählt.
Schwieriger war es bei den Beistzern. Die Vorschläge trudelten recht spärlich ein. Nachdem mit Manfred Rausch (Vorschlag Carsten Schmidt) und Christian Düster (Vorschlag Jan Kinder) nur zwei Kandidaten genannt wurden, munterte Hamann die Delegierten etwas auf: "Wenn man keine Lobby hat, kann man sich auch selbst vorschlagen!". Prompt fielen drei weitere Namen: Heinz Uhl, Reinhard Baier und Ludger Heiermann. Den letzteren kannte so gut wie niemand, was sich auch auf die folgende Wahl auswirkte.

In einem sehr komplizierten Verfahren wurden die zwei Stellvertreter und die zwei Beisitzer gewählt. Das eingespielte Team um Norbert Sprotte setzte sich klar durch: Rausch 54 Stimmen, Baier 53 (beide Stellvertreter), Düster 53 (Hamann: "schlechtere Wertung"), Uhl 52. Heiermann vereinte nur 13 Stimmen auf sich - keine Lobby?

Während der halbstündigen Stimmauszählung (21.45 - 22.18 Uhr) ging es in der Tagesordnung bereits munter weiter.

Siemensstadt zog den Antrag auf Erstellung einer Schulschach-Turnierordnung durch den Jugendausschuß zurück. Der aus ihrem Verein gewählte Schulschach-Referent wird das nun übernehmen.

Verschiedenes

Werner Koch startete eine spontane Umfrage über den Erhalt des Politikerturniers. Wegen der enorm hohen Kosten, ist er kein Freund dieser Veranstaltung. Martin Sebastian plädierte für den Erhalt und würde sogar die Organisation übernehmen. Matthias Kribben verwies auf die Werbewirksamkeit, strebt aber eine Verteilung der Kosten auf mehrere Schultern an (DSB, LSB).

Bettina Bensch bat die Vereine um Meldung korrekter Adressen ihrer Mitglieder. Von 120 Einladungen für die Berliner Meisterklasse kamen rund 25 Prozent zurück. Die Adressen stimmten nicht mehr.

Um 22.20 Uhr schloß Matthias Kribben den Verbandstag.

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des Berliner Schachverbandes Ende 1996 ins Leben gerufen und betreut diese seitdem alleinverantwortlich. Er war außerdem von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes und von 2003 bis 2009 Referent der Wertungszentrale des Deutschen Schachbundes. Seit 2007 ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes und seit 2010 Redakteur des BSV-Mitteilungsblattes.

webmaster@berlinerschachverband.de

BSV © 20.05.2009

Kommentare

jlissner:
Schließe mich Martin an.
Good job, Frank!
Joachim Lißner

(04.04.2008, 23:16 Uhr)

Hamann:
Großes Lob an Frank Hoppe, der so schnell und ausführlich vom Verbandstag berichtet hat!
(03.04.2008, 00:27 Uhr)

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