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Hallo Schachfreunde! Ab sofort bei TSG Oberschöneweide jeden 2. und 4. Freitag im Monat ab 19.00 Uhr Training mit FM Rosenthal bzw. FM Postler. Gäste sind herzlich willkommen.

  Mannschaftsblitzturnier der SG Weißensee am 27. Juni 2010

von Frank Hoppe

Ausschreibung
Tabelle mit Aufstellungen
Ergebnisse aller Runden
Alle Fotos

"Schach spielen und Fußballweltmeisterschaft schauen"

Unter diesem Motto lud die SG Weißensee die Schachvereine aus der Nachbarschaft zu einem Mannschaftsblitzturnier an den Pistoriusplatz. Um 10 Uhr sollte das Schachturnier beginnen, um 16 Uhr sollte eine Großbildleinwand im Garten die Schachspieler zum gemeinsamen Fußballgucken animieren. An diesem Tag spielte Deutschland in Südafrika seine Achtelfinalpartie gegen England.

Ob wirklich so viele Schachfreunde vorher noch ein Turnier spielen wollten, ließ mich doch etwas zweifeln, zumal mein Verein SV Berolina Mitte keine Mannschaft zusammenbekommen hatte. Dabei hatte ich ja sogar gedacht, wir wären nicht eingeladen gewesen. Welch ein Trugschluß!

Eine Einladung per Email erreichte mich zumindest nicht und für Besuche der Vereinsabende fehlt mir aus beruflichen Gründen die Zeit. Deshalb war ich umso mehr überrascht, als ich beim Telefonat mit meinem Vorsitzenden erfuhr, das auf der im Verein ausgehängten Einladung nur der Name "Olaf Kreuchauf" stand. Olaf meldete daraufhin am Sonnabend Berolina ab und sich selbst beim Kreuzberger Open an.

Ähnlich war die Personallage übrigens beim SV Empor, der auch kein Team schicken konnte. Dafür hatte Nordost und auch der Gastgeber ein Überangebot an Spielern. Hier wurde wohl richtig die Werbetrommel gerührt.

In der Nacht zum Sonntag chattete ich noch mit Dirk Paulsen und er ließ mir ein kleines Fünkchen Hoffnung auf sein Kommen und die mögliche Bildung einer gemischten Mannschaft. Daraus wurde dann aber doch nichts. Dirk mußte die Kinder hüten.
Vor Ort erschien mit meinem Vereinskollegen Peter-Rainer Koenig ein unerwarteter Gast und meine Hoffnungen auf eine zusätzliches Team wuchsen. Leider meldete sich niemand weiter, obwohl ja einige Spieler mehr oder weniger dem Geschehen als Zuschauer beiwohnten.
Peter wurde vom SGW-Abteilungsleiter Frank Walther in die dritte Mannschaft des Gastgebers ans erste Brett gesetzt, wo er verheizt wurde: einem Sieg standen 15 Niederlagen gegenüber. Seinen Mannschaftskameraden erging es aber nicht viel besser. Lediglich 5 Brettpünktchen konnten alle zusammen erkämpfen.

Meiner erbarmte sich erstmal niemand. Frank Walther ließ mich mit den Worten stehen "ich könnte in Ruhe Fotos machen".
Die Chance, sein Team aufzupolieren, ließ sich dann aber Wolfgang Hartmann nicht entgehen. Der Vorsitzende der Schachfreunde Nordost steckte mich in seine zweite Mannschaft. Ihm fehlte bis dahin der fünfte Mann, der dann aber doch nach rund einer halben Stunde eintraf. Ich durfte trotzdem weiterspielen.

In Runde 2 kam mein erster Einsatz - gegen SG Weißensee 3 am vierten Brett. Während der Eröffnungsphase ruhte mein Blick größtenteils auf dem Nachbarbrett meines mir unbekannten Mannschaftskameraden Detlef Schleusener. Als ich wieder auf mein Brett schaute, hatte ich etwa folgende Stellung vor meinen Augen:

Hoppe mit Schwarz

Etwas verständnislos blickte ich auf den weißen Läufer e7. Schwach erinnerte ich mich an eine Wand von Leichtfiguren auf den Feldern g5, f6 und e7. Lochfraß? Geht der weiße Läufer wie Säure durch meine Stellung?
Glücklicherweise war mein junger Gegner spielstärkemäßig noch nicht auf dem Zenit seines Könnens angekommen und ich konnte ihm bald die Mehrfigur wieder rausschrauben und den Punkt einsacken.

In meinen nächsten Partien ging ich etwas ernsthafter zur Sache und machte von meinen Gegnern vorher noch Opferfotos. Manch einer wehrte sich dann doch etwas verbissener und zwei Gegner wollten die Opferrolle partout nicht akzeptieren. Einmal wurde ich selbst zum Opfer und einmal begnadeten sich mein Gegner und ich.

Frank Hoppe
Ein Opfer, das mir seine Mannschaftskameraden anbieten will  

Frank Hoppe
Noch ein Opfer - um Gnade winselnd  

Frank Hoppe
Ein Opfer das mich auslacht - noch. Man beachte die Anordnung der Kugelschreiber.  

Frank Hoppe
Schlußstellung. Man beachte die gleichfarbigen Läufer auf f6 und a1. Der in der Ecke entstand gerade durch Umwandlung, worauf mein Gegner prustend vor Lachen das Brett verließ.  

Frank Hoppe
Auch ein Opfer - allerdings schon ein etwas spielstärkeres...  

Frank Hoppe
Ein Opfer das mich mit Verschämtheit täuschte. Wie erbärmlich! Der Wolf im Schafspelz!  

Klaus Welke
Jetzt sitze ich selbst auf der Schlachtbank - links. Mein Gegner wetzte die Messer, steckte sie zum Schluß aber wieder weg. Remis.  

Turnierverlauf

Das Turnier wurde in zwei Etappen gespielt. Erst eine Hinrunde und nach dem im Startgeld von 10 Euro je Mannschaft inbegriffenen Kaffee und Kuchen die Rückrunde. Die Schachfreunde Nordost dominierten dabei und siegten mit 18:0 Punkten. Da sie zudem alle vier Brettwertungen an sich rissen, konnten sie mit einem Eimer voll Gutscheinen zum Grillimbiß im Garten eilen, wo sie den Biervorrat stark reduzierten.

Pl.MannschaftTWZSRVMPBP
1.SF Nord-Ost 12194180036:064,0
2.Chemie Weißensee1989122426:1050,0
3.SC Rochade1925112524:1245,0
4.SG Weißensee 11967104424:1242,0
5.SC Zugzwang196082818:1838,5
6.SG Wedding184472916:2035,0
7.SF Nord-Ost 2171372916:2032,5
8.SC Eintracht178354914:2229,5
9.SG Weißensee 2152330156:3018,5
10.SG Weißensee 3116200180:365,0

Pl.MannschaftTWZ1234567890MPBP
1.SF Nord-Ost 12194x766887836:064,0
2.Chemie Weißensee19891x36657826:1050,0
3.SC Rochade192525x3447824:1245,0
4.SG Weißensee 1196725x4564724:1242,0
5.SC Zugzwang1960224x37718:1838,5
6.SG Wedding1844½45x4616:2035,0
7.SF Nord-Ost 2171303424x516:2032,5
8.SC Eintracht178301½43x5814:2229,5
9.SG Weißensee 215231½11123x6:3018,5
10.SG Weißensee 31162000½1½0x0:365,0

Frank Hoppe
Opfer? Keine Spur! Das sind Tiger! Gregor Salzberg 15½ aus 18, Klaus Welke 18 aus 18!  

Frank Hoppe
Die Tiger stehen an der Tränke - natürlich als Erste! Die Lämmer dürfen die Reste abnagen.  

Frank Hoppe
Rochade rochiert die Steaks in den Magen  

Frank Hoppe
Herbert Mayer opfert ein Steak - nachdem er zuvor schon seinen Punkt geopfert hatte  

Frank Hoppe
Sonnenbruzeln auf der Terrasse  

Frank Hoppe
Zusätzliche Decken dunkeln die Leinwand ab. Die Tiger sitzen in der 1. Reihe.  

Frank Hoppe
Deutschland führt 2:1  

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des Berliner Schachverbandes Ende 1996 ins Leben gerufen und betreut diese seitdem alleinverantwortlich. Er war außerdem von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes und von 2003 bis 2009 Referent der Wertungszentrale des Deutschen Schachbundes. Seit 2007 ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes und seit 2010 Redakteur des BSV-Mitteilungsblattes.

webmaster@berlinerschachverband.de

BSV © 28.06.2010

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